Willkommen in unserer Ausstellung

Günther Hermann
'Maler des Lichts'

Zum Künstler

Günther Hermanns Aquarelle, Radierungen und Ölbilder sind ungewöhnlich schöne, sinnlich, rauschhafte Farbexplosionen, die am Thema der beschienenen Welt das Lob der Schöpfung feiern. In großer Gradlinigkeit hat der Künstler seine Meisterschaft seit seinem Studium an der Städel´schen Kunstakademie in Frankfurt am Main aus den Trends und Strömungen der 70er Jahre weiterentwickelt. Damals war Salvador Dali (1904 – 1989) das Vorbild für den jungen Mann. Daneben galt besondere Aufmerksamkeit dem Wiener Phantastischen Realismus um Rudolf Hausner, Ernst Fuchs, Arik Brauer und anderen. Günther Hermanns frühe Bilder sind, durch diese Anregung, Introspektionen einwärts gewendeter Optik in das Forum der seelischen Landschaft.

Auf seinen vielen Reisen durch Europa und Übersee entdeckte er die selbstständige Kraft der Farbe und die einzigartige Energie des Lichts. Natürlich entdeckte er die Leistungen der Impressionisten, wurde selbst zum „Pleinairmaler“, auch wenn er in seinem Atelier die eigentliche Feinarbeit leistete, vor allem in seinen einzigartigen Radierungen. Wie sein Vorbild Claude Monet (1840 – 1926) legte er sich einen Malergarten an mit Teich, Blumen und blühenden Büschen und Bäumen mit Dahlien, Lilien und Seerosen, um das Erlebnis der Jahreszeitlichen Wandlung und Metamorphose immer vor Augen zu haben. Die Malerei wurde ihm zur filternden Reflexion über die Natur, die Schöpfung und ihren Sinn in der Fülle von allem Werden und Vergehen und neuem Erblühen.

Das Licht wurde ihm Inbegriff, dass es nicht Aufgabe der Kunst ist, die Welt zu bestätigen, abzubilden, sondern die Himmel zu öffnen. Das Licht ermöglichte ihm, zum Grenzgänger der Überschreitung irdischer Fesselung zu werden. Es leuchtete bei seinen Exkursionen über Teneriffa, den Kreidefelsen von Rügen, über Sylt, den herbstlichen Alleen, den Olivenbäumen und Lavendelfeldern in Südfrankreich. Es leuchtete über der Parklandschaft von Wörlitz, den Herrenhäusern und Ihren Parks in Südengland, an der schottischen See und in den Tempelanlagen von Angkor in Kambodscha. Er begriff, dass das Aufwachsen alles Lebendigen, das er in seinen Bildern feierte, eine Leistung des Sonnenlichts und seiner Energie ist. Sie zittert in jedem Pigment, in jedem Pinselstrich nach. In seiner hessischen Heimat fand er in Hutebuchen, Eichen und der Fülle der verehrten Bäume hinreichend Motive. Auf diese konnte der beliebte Lehrer an der Volkshochschule in Gießen seine zahlreichen Schülerinnen und Schüler, als unmittelbaren Blick auf dieses Wunder der Wandlungsenergie aus dem Sonnenlicht, ebenso verweisen.

Das Wasser und die Reflexe des Lichts auf der Oberfläche wurden ihm früh ein besonderer Aspekt seiner Aufmerksamkeit. Verstärkt reiste er in seinen letzten Jahren die Küsten ab, um das elementare Wirken, das Mit- und Gegeneinander von Land, Meer, Sonnenglut und Wasser zu studieren. Es entstanden neben weiteren Aquarellen, Radierungen und Malerei von Blumen und Landschaften, in seinen Wellenbildern elementare Studien der Selbsterkenntnis und der Selbstüberwindung vor der Kraft des Wassers. Seine Wellenbilder sind Spiegelbrücken ins Jenseits. Aus nichts als den Farben Weiß und Blau, Gelb und Grau schuf er jene Metamorphose in der Schaum und Gischt sich zurückgeben über das Sonnengold in den ewigen Kreislauf der Schöpfung. In Goethes Gedicht „Gesang der Geister über den Wassern“, 1779, steht gedankenvoll „Des Menschen Seele gleicht dem Wasser: Vom Himmel kommt es, zum Himmel steigt es, und wieder nieder zur Erde muss es, ewig wechselnd.“ Man rechnet Goethes Gedicht zur Gedankenlyrik.

Die verdienstvolle Ausstellung in Willingshausen zeigt, in Erinnerung an einen der bedeutenden Künstler aus Hessen, einen ebenso schönen wie gedankenreichen Überblick aus seinem breiten Schaffen. Am Erscheinungsbild der Welt, zwischen Sein und Sinn, Wildwuchs, Parks, Alleen und Wellen öffnet es die Himmel

Friedhelm Häring

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Di-So 14-17 Uhr, Sa/So/Feiertage auch 10-12 Uhr,
Eintritt 5 €, Schüler, Studenten, Unterstützungsberechtigte mit Nachweis 2 €, Kinder bis 14 Jahre frei