© Gerd Römer

Zur Ausstellung "GERD RÖMER", Willingshausen 2020

Der Gießener Gerd Römer ist vor allem Landschafter. Er kommt von der Architektur her, hat in Darmstadt studiert und wurde dort von Bruno Müller-Linow künstlerisch ausgebildet. Seine eigentliche Prägung hat er aber erfahren durch Franz Frank, den er als Menschen und Maler verehrte und dessen Bilder er sammelt.

Römer ist seit vielen Jahren Mitglied im "Malerstübchen"; seine Bilder waren in einer Einzel- und mehreren Gruppenausstellungen schon in Willingshausen zu sehen. Seine Malerei ist gegenständlich, aber nicht fotorealistisch. Sie wird fast immer anhand konkreter Orte oder Landschaftssituationen entwickelt, aber ohne diese sklavisch "abbilden" zu wollen. So liefert das Bildmotiv zwar den Zündfunken für die entstehende Malerei, ist aber nicht zwangsläufig deren Ergebnis. Vielmehr rutscht beim Malen so viel an früher Gesehenem, an spontaner Laune und auch Tagesform mit hinein, dass das fertige Bild oft nur "ähnlich" ist. Ziel ist nicht ein fotoartiges Gemälde, sondern ein in sich stimmiges Farbkonstrukt.

Römer liebt den sehr direkten Zugriff auf das Motiv - ohne intellektuelle Verfremdung, ohne Verrätselung, ohne artifizielles Beiwerk. Es werden keine Geschichten erzählt, keine Symbole beigepackt oder Botschaften versteckt. Alles was zu sagen ist, sollen die Farben sagen. Verpackt ist dieses künstlerische Credo in Aquarelle und Ölbilder kleinen bis mittleren Formates, die oft auch grafische Elemente zeigen und damit auf den Zeichner deuten.

"Vor allem aber die Lust an der Farbe und das Erkennen der Strukturen in Natur und Alltag förderten eine großzügige, kräftige Malerei."

(Dr. Friedhelm Häring im Katalog Gerd Römer)